<![CDATA[Herzenswerkstatt - Herzgeflüster - Blog]]>Fri, 07 Nov 2025 01:23:41 +0100Weebly<![CDATA[Bin ich zu sensibel- oder einfach nur ich? Hochsensibilität erkennen & annehmen]]>Sun, 02 Nov 2025 17:00:00 GMThttps://herzenswerkstatt.com/herzgefluumlster---blog/bin-ich-zu-sensibel-oder-einfach-nur-ich-hochsensibilitaet-erkennen-annehmenManchmal reicht ein einziger Satz, ein Blick, ein Geräusch und plötzlich ist alles zu viel.

Dein Herz klopft, du spürst, wie deine Gedanken sich überschlagen, und du fragst dich: Warum nimmt mich das so mit? Bin ich zu empfindlich – oder einfach nur ich?
Viele hochsensible Menschen kennen genau diesen Moment. Das feine Gespür für Stimmungen, Zwischentöne und Energien kann ein Geschenk sein und gleichzeitig eine Herausforderung. In einer Welt, die Lautstärke oft mit Stärke verwechselt, fühlen sich leise Menschen schnell „zu viel“.

Doch was, wenn du einfach nur anders wahrnimmst. Tiefer, genauer, intensiver?

Was bedeutet Hochsensibilität wirklich?

Der Begriff Hochsensibilität geht auf die US-Psychologin Elaine Aron zurück. Sie prägte den Ausdruck „Highly Sensitive Person“ (HSP) und beschrieb damit Menschen, deren Nervensystem Reize intensiver aufnimmt und verarbeitet. Rund 15–20 % der Bevölkerung sind laut Forschung hochsensibel – also kein Randphänomen, sondern ein menschliches Temperamentsmerkmal.

Wichtig ist, Hochsensibilität nicht mit „Empfindlichkeit“ zu verwechseln. Sie bedeutet nicht, dass du schwach bist oder dich „zusammenreissen“ müsstest. Hochsensible Menschen verarbeiten einfach mehr Informationen gleichzeitig ,  innerlich wie äusserlich.

Interessant ist: Auch bei starker Verliebtheit oder traumatischen Erlebnissen können ähnliche Symptome auftreten. Herzrasen, Überforderung, emotionale Tiefe. Doch während Trauma meist eine Schutzreaktion auf Überlastung ist, ist Hochsensibilität ein stabiler Wesenszug. Der Unterschied liegt darin, ob dein Nervensystem dauerhaft so reagiert oder ob es durch ein Ereignis in Alarmbereitschaft geriet.

Wenn du unsicher bist, ob du hochsensibel bist, kannst du dich sanft herantasten:
Der von Forschern entwickelte Selbsttest auf sensitivityresearch.com bietet eine erste Orientierung, wissenschaftlich fundiert und ohne Schubladendenken.

Die vier Säulen der Hochsensibilität

Hochsensibilität ist kein einheitliches Gefühl, sondern ein Zusammenspiel feiner Wahrnehmungsprozesse. Die Forschung beschreibt vier zentrale Säulen, die helfen, dein eigenes Erleben besser zu verstehen:
  1. Emotionale Intensität: Du fühlst tief. Freude, Trauer, Liebe oder Scham sind für dich keine flüchtigen Eindrücke, sondern ganze Welten. Ein Lied kann dich zu Tränen rühren, eine Begegnung tagelang nachklingen.
  2. Übererregbarkeit: Dein Nervensystem reagiert sensibel auf Reize. Du bemerkst Zwischentöne in Stimmen, Gerüche, Licht, sogar Spannungen in einem Raum. Diese Feinwahrnehmung kann schnell zu Überforderung führen – aber auch zu besonderer Empathie.
  3. Gründliche Informationsverarbeitung: Du denkst nicht oberflächlich. Situationen, Worte, Entscheidungen – alles wird in dir bewegt, analysiert, verknüpft. Das kann anstrengend sein, ist aber auch eine Quelle tiefer Einsicht.
  4. Sensorische Empfindsamkeit: Helle Lichter, laute Geräusche, raue Stoffe, all das kann dich stärker beeinflussen. Gleichzeitig geniesst du Ästhetik und feine Details intensiver als andere.
Viele meiner Klientinnen in der Herzenswerkstatt nicken an dieser Stelle. Eine von ihnen sagte einmal:
„Es ist, als hätte ich tausend Antennen, die alles aufsaugen. Das hat mich total überfordert. Heute verbinden mich diese Antennen mit der Welt“.
Diese Worte fassen es wunderschön zusammen: Hochsensibilität ist keine Schwäche, sondern eine fein gestimmte Wahrnehmung des Lebens.

Zeichen von Hochsensibilität – wie du sie bei dir erkennst

Oft beginnt der Weg zum Verständnis mit einem diffusen Gefühl: „Ich bin anders.“ Vielleicht brauchst du mehr Rückzug, reagierst stärker auf Kritik oder fühlst dich von Konflikten lange beschäftigt.
Typische Anzeichen können sein:

  • Du nimmst Emotionen anderer Menschen schnell auf.
  • Du brauchst nach intensiven Begegnungen Zeit für dich.
  • Du spürst Disharmonie im Raum, bevor jemand ein Wort sagt.
  • Du denkst viel über das nach, was andere als „Kleinigkeit“ abtun.

Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Manche Reaktionen ähneln denen nach Trauma oder chronischem Stress, etwa ständige Wachsamkeit oder Überreizung.
Der Unterschied liegt im Ursprung: Hochsensibilität ist angeboren, während Trauma eine Überlebensstrategie deines Nervensystems ist. Beides darf nebeneinander existieren – und beides verdient Mitgefühl statt Bewertung.

Wenn du dich also manchmal fragst, ob du „zu sensibel“ bist, vielleicht bist du einfach wahrnehmungsstark.

Zwischen Anpassung und Authentizität
der innere Konflikt

Viele Hochsensible haben früh gelernt, sich anzupassen. „Nicht so empfindlich“, „Jetzt reiss dich zusammen“ solche Sätze brennen sich ein.

Das Ergebnis: Du lernst, dich selbst zu dämpfen, um dazuzugehören. Doch der Preis ist hoch. Du verlierst Stück für Stück die Verbindung zu deiner eigenen Wahrheit.

In der Herzenswerkstatt erlebe ich oft, dass genau hier Heilung beginnt: Wenn jemand leise sagt, „Ich kann und will nicht mehr funktionieren. Ich will wieder fühlen dürfen.“ Dieses „Wiederfühlen“ ist kein Rückschritt, sondern ein Akt von Mut. Authentizität entsteht, wenn du dich nicht länger für deine Tiefe entschuldigst.

Dein Nervensystem als feines Instrument

Neurobiologisch betrachtet ist Hochsensibilität kein „Zuviel“, sondern eine Form der Sensory Processing Sensitivity (SPS).
Dein Nervensystem verarbeitet Reize detaillierter und reagiert stärker auf emotionale Signale. Das führt dazu, dass du schneller erfasst, was andere bewegt – aber auch, dass du schneller erschöpft bist.

Hier hilft es, deinen Körper als Anker zu begreifen.
Atem, Bewegung, bewusste Körperwahrnehmung, all das kann helfen, dich zu regulieren.

Eine meiner Klientinnen beschreibt es so:
„Früher dachte ich, mein Körper ist mein Feind, weil er so stark reagiert. Heute merke ich: Er spricht nur sehr deutlich mit mir.“

Wenn du lernst, auf diese Sprache zu hören, wird dein Körper zum Kompass, nicht zum Gegner.

Wenn alles zu viel wird – Reizüberflutung & emotionale Erschöpfung

Reizüberflutung entsteht, wenn mehr Reize auf dich einströmen, als du verarbeiten kannst.
Das kann bei lauten Umgebungen, intensiven Gesprächen oder sogar bei schönen Erlebnissen passieren.
Dann fühlt sich alles zu eng, zu laut, zu nah an.

Ein kleiner Selbstcheck hilft:
  • Bin ich müde – oder reizüberflutet?
  • Brauche ich Rückzug – oder Verbindung?
Eine einfache Übung, die ich in Coachings oft nutze, ist das „Innere Raum schaffen“:
Lehne dich kurz zurück, atme dreimal tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
Beim Ausatmen stell dir vor, dass dein innerer Raum sich weitet. Kein Druck, nichts muss weg, nur Weite entstehen lassen.

Diese drei Atemzüge können mehr bewirken, als man glaubt. Sie sind ein leises „Ich bin da“.

Hochsensibilität annehmen – was es heisst, dich selbst zu bejahen

Selbstannahme ist kein einmaliger Entschluss, sondern ein fortwährender Prozess.
Viele Hochsensible glauben, sie müssten ihre Sensibilität „heilen“, dabei geht es darum, sie zu integrieren.

Eine Klientin erzählte mir einmal nach einem langen Prozess:
„Ich dachte, ich müsste meine Gefühle kontrollieren. Jetzt merke ich: Ich darf sie fühlen, ohne mich darin zu verlieren.“

Diese Worte berühren, weil sie den Kern treffen. Hochsensibilität anzunehmen heisst, dich nicht länger zu bekämpfen. Es bedeutet, dich in deiner Tiefe zu sehen – auch mit den Momenten, in denen du dich fragst, ob du zu viel bist.

Ressourcen entdecken – was dich stark macht

Hochsensible Menschen sind oft besonders empathisch, kreativ und intuitiv.
Sie spüren, was zwischen den Zeilen steht, erkennen Muster, finden Worte, wo anderen die Sprache fehlt.

In der Herzenswerkstatt sehe ich immer wieder, wie Menschen genau durch diese Tiefe ihre Kraft zurückgewinnen: Sie beginnen, ihre Sensibilität als Ressource zu verstehen, als etwas, das Orientierung schenkt.

Wenn du beginnst, deine Fähigkeiten zu schätzen, ändert sich etwas Grundlegendes:
Du musst dich nicht mehr „reparieren“. Du darfst einfach sein mit deiner Tiefe, deiner Zartheit und deiner Kraft.

Grenzen setzen – liebevoll, aber klar

Grenzen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstachtung.
Besonders hochsensible Menschen spüren schnell, wenn jemand zu nah kommt und gleichzeitig fällt es ihnen schwer, das klar auszusprechen.

Eine kleine Übung: „Mein Energiekompass“
  • Schreibe drei Dinge auf, die dir Energie schenken.
  • Und drei, die sie dir rauben.
    Dann frage dich: Wie kann ich heute eine Sache verändern nur ein Prozent in Richtung Leichtigkeit?
Grenzen sind keine Mauern, sondern Durchgänge. Du entscheidest, wer oder was hindurch darf.

Hochsensibel leben – Balance zwischen Tiefe und Leichtigkeit

Hochsensibilität bedeutet nicht, ständig überfordert zu sein. Sie kann leicht werden, wenn du lernst, dich gut zu regulieren und bewusst zu wählen, was dir guttut.

Hilfreiche Alltagsanker:
  • Natur und Stille (tägliche Mikro-Pausen)
  • Journaling oder kreative Reflexion
  • Bewusste Ernährung und sanfte Bewegung
  • Digitale Pausen und klare Übergänge zwischen Arbeit und Ruhe

Leichtigkeit entsteht, wenn Tiefe Raum bekommt. Wenn du dich nicht mehr gegen dein Spüren stellst, sondern es als Wegweiser nutzt.

Fazit:
Du bist nicht zu sensibel, du bist einfach du

Vielleicht ist deine Sensibilität keine Last, sondern eine Sprache, die du erst wieder lernen darfst.
Hochsensibilität zu erkennen ist der erste Schritt, sie zu verstehen und sie liebevoll anzunehmen, ist der Beginn eines neuen Kapitels.

In der Herzenswerkstatt begleite ich Menschen, die sich in ihrer Tiefe wiederfinden möchten, jenseits von „funktionieren“, hin zu „fühlen und leben“.
Alles darf sein. Nichts muss.

Wenn du spürst, dass du nicht länger gegen dein Feingefühl kämpfen willst, sondern lernen möchtest, mit ihm in Frieden zu sein. Dann bist du eingeladen, dir in der Herzenswerkstatt Raum zu nehmen. Für dich, für dein Spüren, für dein Ankommen.
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<![CDATA[Hochsensibilität & Gefühle: Tabu-Emotionen als Kraftquelle nutzen]]>Wed, 01 Oct 2025 22:00:00 GMThttps://herzenswerkstatt.com/herzgefluumlster---blog/hochsensibilitaet-gefuehle-tabu-emotionen-als-kraftquelle-nutzenWarum Wut, Neid und Scham keine Feinde sind, sondern dir im Coaching Kraft und Klarheit schenken können.
Es gibt Gefühle, über die spricht man nicht gern. Wut. Neid. Scham. Sie sind wie ungeladene Gäste, die plötzlich mitten in deinem Wohnzimmer stehen.
Viele versuchen, sie wegzuschicken oder so zu tun, als wären sie gar nicht da. Doch innerlich hinterlassen sie Spuren: ein Ziehen im Bauch, ein Kloss im Hals, ein Druck, der immer schwerer wird.
Gerade wenn du hochsensibel bist, können diese Gefühle überwältigend wirken. Und gleichzeitig steckt in ihnen ein ungeahntes Geschenk.

Was steckt dahinter?
Gefühle im Coaching neu betrachten

Gefühle gelten in unserer Gesellschaft noch immer als zweischneidig. Freude, Dankbarkeit und Liebe? Willkommen. Aber Wut, Neid oder Scham? Lieber schnell abstellen oder unter den Teppich kehren. Besonders hochsensible und neurosensitive Menschen geraten hier in einen inneren Konflikt: Sie spüren intensiver, nehmen die Schwingungen anderer stärker wahr und fühlen sich mit ihren Tabu-Emotionen oft schlecht.

Dabei sind Gefühle keine Störungen, sondern Signale. Ein inneres Navigationssystem, das dir zeigt, wo du stehst und was du brauchst. Wenn wir lernen, sie nicht als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten, sondern ihre Botschaften zu verstehen, öffnen wir Türen zu mehr Selbstakzeptanz und innerer Stabilität.

Im Coaching-Prozess ist es wichtig zu verstehen: Gefühle dürfen sein. Ohne Schublade. Ohne Urteil. Ohne Zensur.

Es gibt keine schlechten Gefühle

Wut. Neid. Scham. Drei Gefühle, die viele am liebsten loswerden würden. Doch jedes von ihnen hat eine Aufgabe. Sie schützen, warnen, motivieren oder erinnern dich daran, dass etwas in dir gesehen werden will.

Eine andere Sichtweise: Gefühle sind wie Briefe deines Inneren. Manche stecken in bunten Umschlägen, die du gerne öffnest. Andere kommen in grauem Papier,  unbequem, kratzig. Doch wenn du sie einfach wegwirfst, verpasst du ihre Botschaft.

Tabu-Emotionen sind Wegweiser: Sie zeigen dir nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt. Sie zeigen dir, dass etwas in deinem Leben Aufmerksamkeit braucht. So wie die gelbe Tank-Kontrollleuchte im Auto signalisiert, dass du bald tanken musst.

Wut: Die Kraft der Grenze

Wut ist vielleicht das am meisten missverstandene Gefühl. Viele fürchten sich vor ihr, weil sie an Aggression oder Gewalt denken. Doch Wut ist in ihrer ursprünglichen Form kein zerstörerisches, sondern ein schützendes Gefühl.

Die Botschaft der Wut
Wut signalisiert: Eine Grenze wurde überschritten.
Vielleicht hast du zu oft Ja gesagt, obwohl du Nein gemeint hast. Vielleicht hat jemand deine Werte verletzt. Oder du bist mit einer Situation konfrontiert, die nicht deiner Wahrheit entspricht.

Für Hochsensible ist Wut oft besonders schwer auszuhalten, weil sie intensiv spürbar ist – wie ein Feuer, das plötzlich lichterloh brennt und der Körper der förmlich kocht. Viele schlucken sie hinunter, aus Angst, andere zu verletzen oder selbst abgelehnt zu werden. Doch unterdrückte Wut verwandelt sich nicht in Frieden, sondern in Resignation oder innere Härte.

Mini-Übung zur Wut
– Denke an eine Situation, in der du kürzlich wütend warst.
– Statt zu fragen: „Wie werde ich diese Wut los?“, frage dich: „Welche Grenze zeigt sie mir?“
– Schreibe die Antwort auf, ohne sie zu bewerten. Manchmal reicht schon dieser Perspektivwechsel, um wieder klarer zu sehen.

Neid: Der verborgene Sehnsuchtszeiger

Neid ist ein Gefühl, das kaum jemand gern zugibt. Er wird oft mit Missgunst verwechselt. Doch in seiner reinen Form ist Neid nichts anderes als der Hinweis: Da ist etwas, was du dir auch wünschst.

Die Botschaft des Neids
Neid macht sichtbar, welche Bedürfnisse oder Träume in dir noch unerfüllt sind. Wenn du spürst, dass dich die neue Wohnung einer Freundin, die Reise deines Kollegen oder die Kreativität einer Bekannten piekst – dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Hinweis: „Schau hin, da gibt es etwas, das auch für dich wichtig sein könnte.“

Gerade hochsensible Menschen schämen sich oft für Neid, weil sie Harmonie lieben und niemandem etwas Schlechtes wünschen. Doch Neid muss nicht zerstörerisch sein. Er kann zu einem liebevollen Kompass werden, der dir zeigt, wohin du dich entwickeln möchtest.

Mini-Übung zum Neid
– Frage dich: „Was genau beneide ich? Den Besitz? Die Freiheit? Die Leichtigkeit?“
– Welche Sehnsucht in mir wird dadurch sichtbar?
– Welchen kleinen Schritt könnte ich gehen, um dieser Sehnsucht ein Stück näherzukommen?

Scham: Die Wächterin der Zugehörigkeit

Scham ist das Gefühl, das uns am tiefsten trifft. Sie sagt uns: „So wie du bist, bist du nicht okay.“ Kein Wunder, dass wir sie oft verbergen. Doch Scham ist nicht nur lähmend, sie ist auch ein Hinweis auf unsere Sehnsucht nach Verbindung und Zugehörigkeit.

Die Botschaft der Scham
Scham zeigt dir, wo du Angst hast, ausgeschlossen zu werden. Sie bewacht die Grenze zwischen deinem Inneren und dem Aussen. Wenn du dich für deine Tränen, deine Wut oder deine Sensibilität schämst, steckt dahinter oft die Angst, nicht angenommen zu werden. Diese Angst alleine zu sein ist so sehr in uns verwurzelt, da wir so früher nicht in freier Wildbahn überleben konnten.

Im Coaching erlebe ich immer wieder: Sobald Menschen ihre Scham teilen - vorsichtig, in einem geschützten Raum - verwandelt sie sich. Aus der lähmenden Last wird ein Brückenschlag: „Ich bin nicht allein mit dem, was ich fühle.“

Mini-Übung zur Scham
– Denke an eine Situation, in der du Scham gespürt hast.
– Schreibe dir den Satz auf: „Ich schäme mich, weil …“
– Ergänze ihn ehrlich und frage dich dann: „Was brauche ich, damit ich mich in dieser Situation sicherer fühlen würde?“

Beispiele aus der Praxis: wenn Tabu-Gefühle zu Wegweisern werden

Eine Klientin spürte seit Jahren Scham, wenn sie „Nein“ sagte. Im Coaching lernte sie: Nein ist nicht egoistisch, sondern fürsorglich - auch für andere.

Ein hochsensibler Mann traute sich, seine Wut über eine alte Verletzung zu zeigen. Heute nutzt er sie als Energiequelle, um klarer Grenzen zu setzen.

Eine Frau entdeckte, dass ihr Neid auf die Freiheit einer Freundin eigentlich ihr eigener Wunsch nach mehr Raum für Kreativität war. Statt sich schlecht zu fühlen, begann sie, kleine Freiräume im Alltag zu schaffen.

Konkrete Impulse für dich:
dein Alltagsbegleiter


  1. Gefühlstagebuch führen  Schreibe dir jeden Abend auf:
    – Welches Gefühl war heute am stärksten?
    – Welche Botschaft könnte darin stecken?

  2. Körperwahrnehmung nutzen  
    Spüre nach: Wo zeigt sich das Gefühl im Körper? Bauch, Brust, Kehle?
    Oft steckt die Botschaft im Körperausdruck.

  3. Gefühle willkommen heissen
    Statt zu sagen: „Ich will dieses Gefühl nicht“, probiere: „Danke, dass du mir etwas zeigen willst.“

Fazit: Tabu-Gefühle sind unbequem, aber sie sind nicht negativ und auch keine Feinde.

Sie sind Wegweiser. Wut setzt Energie frei um deine Grenzen zu schützt. Neid zeigt dir deine Sehnsucht. Scham erinnert dich an deine Zugehörigkeit. Wenn du lernst, sie nicht länger zu verdrängen, sondern zu verstehen, entsteht Klarheit. Und mit ihr ein tieferes Gefühl von Stabilität.

Wenn du spürst, dass auch in dir Gefühle schlummern, die mehr Raum brauchen, dann lass uns darüber reden. In meiner Herzenswerkstatt biete ich dir ein kostenloses Kennenlerngespräch an. Ganz ohne Druck. Nur ein geschützter Raum, in dem du mit allem willkommen bist, auch mit den Emotionen, die sonst keinen Platz haben.

Alles Liebe
Laura
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<![CDATA[Reizüberflutung im Alltag: Was Hochsensible jetzt wirklich brauchen]]>Mon, 01 Sep 2025 16:24:12 GMThttps://herzenswerkstatt.com/herzgefluumlster---blog/reizueberflutung-im-alltag-was-hochsensible-jetzt-wirklich-brauchenFinde Ruhe im Lärm des Alltags: Tipps & Impulse für Hochsensible, um Reizüberflutung zu erkennen, Grenzen zu setzen und innere Klarheit zu spüren.

Manchmal ist es nicht der eine grosse Knall, der uns aus der Bahn wirft.
Es sind die vielen kleinen Geräusche, Stimmen, Eindrücke – die wie Regentropfen auf einen ohnehin vollen Eimer prasseln.
Der Alltag rauscht, die To-do-Liste klappert, dein Handy blinkt.
Und du? Spürst, wie sich in dir eine leise Anspannung breitmacht, die mit jeder Stunde ein Stück grösser wird.
Für viele hochsensible Menschen ist diese unsichtbare Lautstärke anstrengender als alles, was aussen sichtbar ist.
Denn Reize – Geräusche, Gerüche, Bewegungen, Emotionen – treffen ungefiltert ein.
Was für andere nur ein Hintergrundrauschen ist, kann für dich zum Sturm werden.

Wenn die Welt zu laut wird – und dein Inneres keinen Rückzugsort findet

Reizüberflutung ist kein Modewort. Für Hochsensible kann sie zu einem echten körperlichen und emotionalen Ausnahmezustand werden.
Vielleicht kennst du diese Momente: Du sitzt im Café, versuchst eigentlich nur, eine Nachricht zu schreiben – und plötzlich ist da zu viel. Das Klappern der Tassen. Das Gespräch am Nebentisch. Das grelle Licht. Dein Kopf wird voller, dein Atem flacher.

Diese Überladung passiert nicht, weil du „zu empfindlich“ bist.
Sie passiert, weil dein Nervensystem mehr Informationen aufnimmt und verarbeitet als das vieler anderer Menschen.
Und wenn der innere Speicher voll ist, sendet dein Körper klare Signale: Kopfdruck, Gereiztheit, das Bedürfnis, einfach zu verschwinden.

Der schwierige Teil? Im Alltag ist Rückzug nicht immer möglich. Termine, Arbeit, Familie – all das läuft weiter. Und so wird oft weiter funktioniert, bis der Akku komplett leer ist.
Das führt irgendwann, so wie bei mir früher, in einen Zustand, der nicht mehr nur Erschöpfung war, sondern das, was man heute Burnout nennt.

Dieses Wort klingt hart, fast technisch, aber in Wahrheit beschreibt es ein leises Ausbrennen, das schon viel früher beginnt als viele glauben. Ein inneres „Ich kann nicht mehr“, das sich nicht mit einem freien Wochenende reparieren lässt.

Reizüberflutung bedeutet also nicht nur, dass etwas anstrengend ist. Sie bedeutet, dass dein System gerade keine Pause mehr zwischen den Reizen findet.
Das ist, als würdest du in einem Raum voller Menschen stehen, in dem alle gleichzeitig reden – und du versuchst, jedem zuzuhören.

Dein innerer Reizfilter – warum er bei Hochsensibilität schneller voll ist

Manchmal erkläre ich in Coachings den Reizfilter wie einen kleinen Türsteher im Kopf.
Bei den meisten Menschen winkt er ununterbrochen Gäste (Reize) durch, sortiert sie im Hintergrund und schickt Überflüssiges wieder raus.
Bei Hochsensiblen ist dieser Türsteher ein wenig… sagen wir: zu freundlich. Er lässt fast alles rein – Geräusche, Gerüche, Stimmungen, Blicke, Worte – und sortiert langsamer aus.

Ich erinnere mich noch gut an eine Phase in meinem Leben, in der ich nach der Arbeit nicht einmal mehr den Supermarkt ertragen konnte. Das Stimmengewirr, das Knistern der Verpackungen, das Piepen an der Kasse – mein ganzer Körper spannte sich an. Ich ging nur noch mit Kopfhörern einkaufen, nicht, um Musik zu hören, sondern um den Strom der Reize etwas abzufangen. Damals wusste ich noch nicht, dass das ein Schutzmechanismus war. Heute erkläre ich Klient:innen genau solche Werkzeuge – und sie atmen spürbar auf, wenn sie merken: Ich darf mir solche Hilfen erlauben.

Typische Auslöser im Alltag sind:
  • Akustisch: Strassenlärm, mehrere Gespräche gleichzeitig, plötzliche Geräusche
  • Visuell: grelles Licht, flackernde Bildschirme, unruhige Umgebungen
  • Emotional: angespannte Gespräche, unausgesprochene Konflikte, emotionale Schwingungen in Gruppen

Wichtig zu verstehen: Dieser volle Reizfilter ist kein Makel.
Er ist ein neurologischer Unterschied – eine besondere Art, die Welt zu verarbeiten.
Und er macht dich nicht nur empfindlicher für Stress, sondern auch empfänglicher für Schönheit, Feinheiten und tiefe Verbundenheit.

Überreizung erkennen, bevor sie dich lahmlegt

Reizüberflutung kündigt sich oft an, bevor sie dich völlig überrollt.
Das Problem ist: Viele Hochsensible haben gelernt, diese Signale zu ignorieren – aus Pflichtgefühl, Angst vor Ablehnung oder einfach, weil sie funktionieren müssen.

Frühe körperliche Signale können sein:
  • Anspannung im Nacken oder Kiefer
  • Druck hinter den Augen
  • ein schneller werdender Puls
  • ein flacher Atem

Emotionale Warnzeichen:
  • Reizbarkeit ohne erkennbaren Grund
  • Rückzugswunsch, selbst in angenehmer Gesellschaft
  • plötzliche Tränen oder das Gefühl, innerlich „zu“ zu machen

Ich habe irgendwann begonnen, diese Signale wie kleine Post-its meines Körpers zu sehen: „Hey, Achtung, hier wird’s voll.“
Früher habe ich sie überhört – bis ich eines Abends in einem überfüllten Zug stand, die Geräusche mich wie Nadeln stachen und ich nur noch aussteigen wollte. Heute erkenne ich solche Momente früh und nehme mir bewusst kurze Pausen, bevor der Speicher überläuft.

Grenzen setzen – ohne Schuldgefühl und mit innerer Klarheit

Für viele Hochsensible ist „Nein“ sagen schwerer als jede Herausforderung im Aussen.
Oft steckt dahinter die Sorge, andere zu enttäuschen oder als unzuverlässig zu gelten.
Doch Grenzen sind keine Mauern – sie sind wie ein Puffer, der dich davor schützt, ständig im roten Bereich zu laufen.

Ein paar Sätze, die helfen können:
  • „Gerade ist mein Kalender voll – ich melde mich, wenn wieder Raum da ist.“
  • „Das klingt schön, aber heute brauche ich Ruhe.“
  • „Danke, dass du fragst – diesmal passt es nicht.“

Ich erinnere mich an eine Klientin, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein solches „Nein“ ausgesprochen hat.  Sie schrieb mir später: „Es war, als hätte ich mir selbst den Rücken gestärkt.“

Ich kenne dieses Gefühl gut. Das erste Mal, als ich selbst eine Einladung absagte, um einfach auf meinem Sofa zu sitzen, hatte ich das Gefühl, etwas „Falsches“ zu tun. Heute weiss ich: Es war Selbstfürsorge in Reinform.

Dein Ruhe-Anker im Alltag – kleine Inseln statt grosse Auszeiten

Viele glauben, sie müssten gleich einen ganzen Tag frei nehmen, um sich zu erholen.
Doch für Hochsensible sind es oft die kleinen Pausen, die den grössten Unterschied machen.

Meine Favoriten – und die meiner Klient:innen:
  • Atem-Anker: Drei tiefe Atemzüge, bei denen du länger aus- als einatmest
  • Mikro-Pausen: 2–3 Minuten am Fenster stehen und den Blick in die Ferne richten
  • Sensorische Erdung: Eine Tasse warmen Tee bewusst in den Händen halten, den Duft wahrnehmen, den ersten Schluck langsam trinken

Ich selbst habe immer ein kleines Ritual nach längeren Meetings: Bevor ich wieder in Mails oder Anrufe eintauche, gehe ich kurz barfuss auf den Balkon oder wasche mir bewusst meine Hände an Bürotagen (da ist Barfuss praktischer ;-) ) . Selbst bei schlechtem Wetter. Es erinnert mich daran, dass mein Körper gerade wichtiger ist als jede To-do-Liste.

Auch Tränen haben Platz – und machen Platz

Weinen ist kein Zeichen von Schwäche.
Es ist wie ein sanfter Regen, der den Staub von der Seele wäscht.

In meinen Coachings erlebe ich oft, dass Menschen sich dafür entschuldigen, wenn ihnen die Tränen kommen.
Ich sage dann: „Hier dürfen sie sein. Und bleiben, solange sie wollen.“

Auch bei mir gibt es Tage, an denen ein kurzer, ehrlicher Weinkrampf mehr bewirkt als jede Meditation.

Denn Tränen machen Platz – für Ruhe, für Klarheit, für dich.

Dein sanfter Selbsttest: Energiegeber & Energieräuber

Nimm dir am Abend einen Moment um innezuhalten und frag dich :
  • Was hat mir heute Kraft gegeben?
  • Was hat mir Kraft genommen?
Und dann – ohne Druck – eine kleine Anpassung für morgen überlegen.
Vielleicht bedeutet das, einen kurzen Anruf zu verschieben.
Oder die Mittagspause ohne Handy zu verbringen.
Ich selbst schreibe mir oft drei „Energiegeber“ des Tages auf – es hilft mir, meinen Fokus bewusst zu lenken.

Hochsensibilität als Ressource – nicht als Last

Deine Feinfühligkeit ist keine Bürde.
Sie ist ein Sensorium, das dich tiefere Verbindungen spüren lässt, das Nuancen erkennt, die anderen entgehen.

Ich vergleiche Hochsensibilität gern mit einem hochauflösenden Foto: Du siehst mehr Details, mehr Schattierungen – manchmal ist das überwältigend, oft aber auch unglaublich bereichernd.

Und je besser du deinen „inneren Puffer“ stärkst, desto mehr kannst du diese Fähigkeit bewusst einsetzen – für dich und andere.

Fazit: Du darfst leise sein – und klar

Es muss nicht immer der grosse Umbruch sein.
Oft beginnt Veränderung mit einem kleinen Schritt: einer bewussten Pause, einem klaren Nein, einem stillen Abend für dich.

Vielleicht spürst du, dass du diesen Weg nicht allein gehen musst.
Wenn du magst, lass uns in einem geschützten Gespräch herausfinden, wie ich dich unterstützen kann – in deinem Tempo, auf deine Weise.

alles Liebe
Laura
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<![CDATA[Wenn Aufschieben zur Selbstfürsorge wird]]>Thu, 31 Jul 2025 22:00:00 GMThttps://herzenswerkstatt.com/herzgefluumlster---blog/wenn-aufschieben-zur-selbstfuersorge-wirdEin anderer Blick auf deine Blockaden

Du willst – aber es geht nichT

Du sitzt vor der Aufgabe.
Vielleicht ist es ein berufliches Projekt. Eine Mail. Ein Anruf.
Vielleicht etwas, das dir sogar wichtig ist – oder war.
Und trotzdem: dein Körper fühlt sich schwer an, dein Kopf sucht Auswege, dein Herz ist müde.
Also scrollst du. Räumst herum. Machst Tee. Oder einfach gar nichts.
Und innerlich? Dieses nagende Gefühl von „Ich müsste doch…“.
Das schlechte Gewissen klopft. Der Druck wächst.
Und du fragst dich irgendwann leise: Was stimmt nicht mit mir?

Was, wenn es nicht Faulheit ist – sondern Überreizung?

​Meine Klient:innen – hochsensible, neurosensitive, tief fühlende Menschen – kennen dieses Erleben.
Sie schieben Dinge auf, obwohl sie wichtig sind.
Sie empfinden Scham, weil sie „nichts auf die Reihe kriegen“.
Und sie glauben oft, dass sie zu schwach, zu unstrukturiert oder einfach nicht belastbar genug sind.

​Doch was, wenn genau dieses Aufschieben nicht das eigentliche Problem ist – sondern ein Symptom?
Ein Signal, das zeigt: Es ist zu viel. Zu viele Reize. Zu viele Anforderungen.
​Zu viele Stimmen im Aussen – und im Innen.

Prokrastination, wie sie oft genannt wird, ist selten ein Zeichen von Bequemlichkeit.
Bei hochsensiblen Menschen ist sie oft ein Schutzreflex des Nervensystems.
Ein inneres Stoppzeichen – nicht gegen das Tun, sondern für dich.

Dein innerer Widerstand ist kein Gegner – sondern ein Wächter

Es klingt vielleicht paradox:
Aber das, was du als „Blockade“ empfindest, könnte ein Teil von dir sein, der dich bewahren will.
Vor Überforderung. Vor Überanpassung. Vor dem erneuten Gefühl, nicht zu genügen.

„Blockaden wollen dich nicht sabotieren – sie wollen dich schützen.“
Stell dir deinen inneren Widerstand nicht als Feind vor – sondern als Wächter.
Einen stillen, manchmal unbeholfenen Wächter, der auf seine Weise ruft:
Halt. Schau hin. Etwas in dir braucht gerade etwas anderes als Leistung.

Er sagt vielleicht:
– „Ich bin erschöpft – nicht faul.“
– „Ich habe Angst vor dem Urteil – nicht vor der Aufgabe.“
– „Ich brauche Raum – nicht mehr Druck.“

Wenn wir beginnen, diesen Widerstand nicht wegzumachen, sondern zu verstehen, kann sich etwas lösen.
Nicht von aussen. Sondern in dir.

Was kannst du tun, wenn du wieder „nicht vorankommst“?

Du musst nichts lösen. Nicht sofort. Nicht perfekt.
Aber du kannst beginnen, anders zu fragen.
Statt dich zu beschimpfen („Warum krieg ich das nicht hin?“), frage dich sanft:
  • Was genau in mir sagt gerade Nein?
  • Was will dieses Nein vielleicht für mich bewahren?
  • Was wäre, wenn mein Widerstand recht hat – zumindest ein bisschen?

Und vielleicht magst du dir ein paar Minuten am Abend nehmen – und dich fragen:
Was hat mir heute Energie gegeben?
Was hat mir Energie genommen?
Und dann: Was davon kann – ganz sanft – morgen ein klein wenig anders sein?

Nicht alles. Nur ein bisschen.
Kein radikaler Wandel. Nur ein leises „Ich sehe dich“.

Was, wenn dein „Nicht-Funktionieren“ ein Geschenk ist?

Wir leben in einer Welt, die Tempo belohnt. Effizienz. Klarheit.
Aber dein Inneres hat manchmal ein anderes Timing.
Ein weicheres. Wahrhaftigeres. Tieferes.

Was du als „Blockade“ erlebst, ist manchmal dein innerstes Selbst, das sagt:
Ich bin da. Hör mich.

Denn hinter dem Aufschieben liegt oft etwas sehr Echtes:
– Eine Sehnsucht nach Tiefe.
– Ein Bedürfnis nach Sicherheit.
– Eine Stimme, die zu lange leise war.
Wenn du dieser Stimme zuhörst, verändert sich etwas.
Nicht sofort – aber spürbar.

Sei dir sicher

Du bist nicht kaputt, weil du Dinge aufschiebst.
Du bist nicht falsch, weil du nicht immer funktionierst.
Vielleicht beginnt deine Veränderung genau da, wo du aufhörst, dich dafür zu verurteilen.

Denn echte Selbstfürsorge ist nicht immer ein Bad mit Kerzen.
Manchmal ist sie ein: Ich darf warten. Ich darf fühlen. Ich darf anders sein.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Inneres Raum braucht
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst – mit deinem inneren Widerstand, deiner Erschöpfung, deiner Sehnsucht nach Tiefe:
Die Herzenswerkstatt ist ein Raum, in dem du dich zeigen darfst. Ohne Bewertung. Ohne Schablone.
Ein Raum, in dem du deiner Hochsensibilität begegnen kannst – als Ressource. Nicht als Last.

Ich begleite dich auf diesem Weg – mit Stabilität, Echtheit und Methoden, die zu dir passen.
Von sanften Gesprächen über kreative Impulse bis hin zu Trancearbeit, wenn du magst.

Alles Liebe
​Laura
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<![CDATA[Was im Coaching wirklich Platz haben darf – und warum genau das so heilsam ist.]]>Sat, 05 Jul 2025 22:00:00 GMThttps://herzenswerkstatt.com/herzgefluumlster---blog/was-im-coaching-wirklich-platz-haben-darf-und-warum-genau-das-so-heilsam-istEin Artikel über Tränen, Erkenntnisse und den Mut, ganz man selbst zu sein

Hochsensibilität. Emotionale Überforderung. Das Gefühl, nicht zu genügen.

Wenn du viel spürst, tief fühlst und dich im Alltag oft funktionierend statt lebendig erlebst, bist du nicht allein. Als Coachin begegne ich täglich Menschen, die sich fragen:
„Bin ich zu sensibel? Zu verkopft? Warum bringt mich etwas so sehr aus dem Gleichgewicht, das anderen scheinbar gar nichts ausmacht?“
Die Antwort ist: Du bist nicht zu viel. Du bist genau richtig.
Aber du brauchst vielleicht einen Raum, in dem du einfach mal sein darfst, ohne dich zu rechtfertigen.
Ein Raum, in dem du dich nicht erklären musst. Sondern entdecken darfst.

Coaching ist kein schöner Ratgeber – es ist ein ehrlicher Raum

Viele haben ein falsches Bild von Coaching: als Lösungslieferant, als Selbstoptimierungs-Tool oder Motivationsschub. Aber echtes Coaching – besonders für hochsensible Menschen – ist etwas ganz anderes.
Es ist ein Raum, in dem alles Platz haben darf. Auch das, was sonst kaum ausgesprochen wird. Auch das, was sich nicht „Instagram-schön“ anfühlt.
Im Coaching darfst du:
  • weinen, ohne dich erklären zu müssen
  • Wut spüren, ohne dich dafür zu schämen
  • laut denken, ohne alles sofort begründen zu müssen
  • still sein, weil es gerade nicht mehr braucht

Was Kund:innen im Coaching erleben – Beispiele aus der Praxis:

1. „Ich hab endlich mal an mich gedacht.“
 So beginnt eine Klientin – stolz, dass sie sich endlich an erster Stelle gesetzt hat.
 Gemeint waren: Termine beim Zahnarzt und Frauenarzt.
 Das ist ein Anfang. Ein wichtiger sogar. Aber es darf weitergehen:
  •   Was brauchst du, wenn du nicht nur funktionieren willst?
  •   Wo ist Raum für Freude, Stille, Kreativität?
2. „Ich würde selbst gern Workshops halten – aber ich trau mich nicht.“
Im Coaching schauen wir gemeinsam: Was hält dich zurück?
Meist steckt dahinter Angst vor Ablehnung. Diese Angst ist kein Feind – sie ist ein Botschafter.
Wenn wir ihr zuhören, statt sie zu verdrängen, entsteht neue Klarheit. Und der erste Schritt wird möglich.
3. „Ich weiss nicht, wie ich mich abgrenzen soll – ich hab ständig ein schlechtes Gewissen.“
Gerade Mütter erzählen mir oft von dieser Überforderung: Die Kinder quengeln, der Einkauf wartet, die Wäsche ruft.

Der erste Schritt? Bewusstheit.
  •   Was zieht mir gerade Energie?
  •  Wo darf ich Unterstützung annehmen, ohne mich zu schämen?
 Abgrenzung bedeutet nicht Mauer – sondern innerer Puffer. Damit du bei dir bleiben kannst.

Auch Tränen haben Platz – und machen Platz

Manchmal fliessen Tränen im Coaching, weil jemand plötzlich erkennt:
„Ich habe so lange gedacht, ich sei dumm – weil das ein Lehrer in der Schule einmal gesagt hat.“
Manchmal fliessen Tränen, weil jemand endlich sagen darf:
„Ich bin neidisch auf meine Freundin – und ich schäme mich so dafür.“
Und manchmal fliessen Tränen, weil es keine Worte mehr braucht – nur das Gefühl:
 So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.
Das ist keine Schwäche. Das ist der Anfang von echter Veränderung.

Erkenntnisse, die wachsen dürfen

Im Coaching darf auch Leichtigkeit sein.
 Zum Beispiel, wenn sich das „innere Team“ zeigt:

 – Die Perfektionistin, die immer alles richtig machen will
 – Der innere Kritiker, der nie zufrieden ist
 – Das verspielte Kind, das einfach mal tanzen oder blödeln will
 – Die Beschützerin, die lieber schweigt, um Konflikte zu vermeiden
Wenn wir diesen inneren Stimmen zuhören, statt sie zu bekämpfen, entsteht Raum für Verständnis. Und oft auch ein befreiendes Lachen.
 
Wir alle tragen innere Stimmen in uns – Zweifel, Wünsche, Schutzmechanismen.
Im Coaching lernst du, diese Stimmen besser zu verstehen: Welche helfen dir? Und welche blockieren dich?
Manche Klient:innen erkennen plötzlich:
„Ich habe viele Stationen hinter mir – aber sie gehören zusammen. Da ist ein roter Faden, den ich nur noch nie so gesehen habe.“
Andere spüren zum ersten Mal:
„Ich muss mich nicht mit dem Etikett ‚sensibel‘ identifizieren – aber ich darf anerkennen, dass ich die Welt anders wahrnehme. Und das ist völlig in Ordnung.“

Der „betrunkene Affe“ im Kopf – und warum du trotzdem am Steuer bleibst

Eine Klientin beschreibt es so treffend:
„Da ist ständig diese innere Stimme, die meckert, zweifelt, zynisch kommentiert.“
Ich nenne sie den „betrunkenen Affen“ – er quatscht uns voll, bringt uns durcheinander, sitzt aber letztlich nicht am Steuer.
Im Coaching lernst du: Der Affe darf hinten mitfahren. Du hörst ihn – aber du bestimmst, wo es langgeht.

Fazit: Coaching für Hochsensible ist kein Luxus – es ist Selbstfürsorge auf tiefster Ebene

Coaching bedeutet nicht, alles zu lösen. Sondern zu beginnen.
Es bedeutet, dich selbst wieder zu spüren.
Deine Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Neue Wege zu finden – in deinem Tempo.
Bereit für deinen nächsten Schritt?
Ich bin Laura – Coach für feinfühlige Menschen.
Ich begleite dich ehrlich, achtsam und ohne Bewertung – ob du weinen willst, lachen musst oder einfach erstmal durchatmen möchtest.
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