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Bin ich zu sensibel- oder einfach nur ich? Hochsensibilität erkennen & annehmen

2/11/2025

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Manchmal reicht ein einziger Satz, ein Blick, ein Geräusch und plötzlich ist alles zu viel.

Dein Herz klopft, du spürst, wie deine Gedanken sich überschlagen, und du fragst dich: Warum nimmt mich das so mit? Bin ich zu empfindlich – oder einfach nur ich?
Viele hochsensible Menschen kennen genau diesen Moment. Das feine Gespür für Stimmungen, Zwischentöne und Energien kann ein Geschenk sein und gleichzeitig eine Herausforderung. In einer Welt, die Lautstärke oft mit Stärke verwechselt, fühlen sich leise Menschen schnell „zu viel“.

Doch was, wenn du einfach nur anders wahrnimmst. Tiefer, genauer, intensiver?

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Was bedeutet Hochsensibilität wirklich?

Der Begriff Hochsensibilität geht auf die US-Psychologin Elaine Aron zurück. Sie prägte den Ausdruck „Highly Sensitive Person“ (HSP) und beschrieb damit Menschen, deren Nervensystem Reize intensiver aufnimmt und verarbeitet. Rund 15–20 % der Bevölkerung sind laut Forschung hochsensibel – also kein Randphänomen, sondern ein menschliches Temperamentsmerkmal.

Wichtig ist, Hochsensibilität nicht mit „Empfindlichkeit“ zu verwechseln. Sie bedeutet nicht, dass du schwach bist oder dich „zusammenreissen“ müsstest. Hochsensible Menschen verarbeiten einfach mehr Informationen gleichzeitig ,  innerlich wie äusserlich.

Interessant ist: Auch bei starker Verliebtheit oder traumatischen Erlebnissen können ähnliche Symptome auftreten. Herzrasen, Überforderung, emotionale Tiefe. Doch während Trauma meist eine Schutzreaktion auf Überlastung ist, ist Hochsensibilität ein stabiler Wesenszug. Der Unterschied liegt darin, ob dein Nervensystem dauerhaft so reagiert oder ob es durch ein Ereignis in Alarmbereitschaft geriet.

Wenn du unsicher bist, ob du hochsensibel bist, kannst du dich sanft herantasten:
Der von Forschern entwickelte Selbsttest auf sensitivityresearch.com bietet eine erste Orientierung, wissenschaftlich fundiert und ohne Schubladendenken.

Die vier Säulen der Hochsensibilität

Hochsensibilität ist kein einheitliches Gefühl, sondern ein Zusammenspiel feiner Wahrnehmungsprozesse. Die Forschung beschreibt vier zentrale Säulen, die helfen, dein eigenes Erleben besser zu verstehen:
  1. Emotionale Intensität: Du fühlst tief. Freude, Trauer, Liebe oder Scham sind für dich keine flüchtigen Eindrücke, sondern ganze Welten. Ein Lied kann dich zu Tränen rühren, eine Begegnung tagelang nachklingen.
  2. Übererregbarkeit: Dein Nervensystem reagiert sensibel auf Reize. Du bemerkst Zwischentöne in Stimmen, Gerüche, Licht, sogar Spannungen in einem Raum. Diese Feinwahrnehmung kann schnell zu Überforderung führen – aber auch zu besonderer Empathie.
  3. Gründliche Informationsverarbeitung: Du denkst nicht oberflächlich. Situationen, Worte, Entscheidungen – alles wird in dir bewegt, analysiert, verknüpft. Das kann anstrengend sein, ist aber auch eine Quelle tiefer Einsicht.
  4. Sensorische Empfindsamkeit: Helle Lichter, laute Geräusche, raue Stoffe, all das kann dich stärker beeinflussen. Gleichzeitig geniesst du Ästhetik und feine Details intensiver als andere.
Viele meiner Klientinnen in der Herzenswerkstatt nicken an dieser Stelle. Eine von ihnen sagte einmal:
„Es ist, als hätte ich tausend Antennen, die alles aufsaugen. Das hat mich total überfordert. Heute verbinden mich diese Antennen mit der Welt“.
Diese Worte fassen es wunderschön zusammen: Hochsensibilität ist keine Schwäche, sondern eine fein gestimmte Wahrnehmung des Lebens.

Zeichen von Hochsensibilität – wie du sie bei dir erkennst

Oft beginnt der Weg zum Verständnis mit einem diffusen Gefühl: „Ich bin anders.“ Vielleicht brauchst du mehr Rückzug, reagierst stärker auf Kritik oder fühlst dich von Konflikten lange beschäftigt.
Typische Anzeichen können sein:

  • Du nimmst Emotionen anderer Menschen schnell auf.
  • Du brauchst nach intensiven Begegnungen Zeit für dich.
  • Du spürst Disharmonie im Raum, bevor jemand ein Wort sagt.
  • Du denkst viel über das nach, was andere als „Kleinigkeit“ abtun.

Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Manche Reaktionen ähneln denen nach Trauma oder chronischem Stress, etwa ständige Wachsamkeit oder Überreizung.
Der Unterschied liegt im Ursprung: Hochsensibilität ist angeboren, während Trauma eine Überlebensstrategie deines Nervensystems ist. Beides darf nebeneinander existieren – und beides verdient Mitgefühl statt Bewertung.

Wenn du dich also manchmal fragst, ob du „zu sensibel“ bist, vielleicht bist du einfach wahrnehmungsstark.

Zwischen Anpassung und Authentizität
der innere Konflikt

Viele Hochsensible haben früh gelernt, sich anzupassen. „Nicht so empfindlich“, „Jetzt reiss dich zusammen“ solche Sätze brennen sich ein.

Das Ergebnis: Du lernst, dich selbst zu dämpfen, um dazuzugehören. Doch der Preis ist hoch. Du verlierst Stück für Stück die Verbindung zu deiner eigenen Wahrheit.

In der Herzenswerkstatt erlebe ich oft, dass genau hier Heilung beginnt: Wenn jemand leise sagt, „Ich kann und will nicht mehr funktionieren. Ich will wieder fühlen dürfen.“ Dieses „Wiederfühlen“ ist kein Rückschritt, sondern ein Akt von Mut. Authentizität entsteht, wenn du dich nicht länger für deine Tiefe entschuldigst.

Dein Nervensystem als feines Instrument

Neurobiologisch betrachtet ist Hochsensibilität kein „Zuviel“, sondern eine Form der Sensory Processing Sensitivity (SPS).
Dein Nervensystem verarbeitet Reize detaillierter und reagiert stärker auf emotionale Signale. Das führt dazu, dass du schneller erfasst, was andere bewegt – aber auch, dass du schneller erschöpft bist.

Hier hilft es, deinen Körper als Anker zu begreifen.
Atem, Bewegung, bewusste Körperwahrnehmung, all das kann helfen, dich zu regulieren.

Eine meiner Klientinnen beschreibt es so:
„Früher dachte ich, mein Körper ist mein Feind, weil er so stark reagiert. Heute merke ich: Er spricht nur sehr deutlich mit mir.“

Wenn du lernst, auf diese Sprache zu hören, wird dein Körper zum Kompass, nicht zum Gegner.

Wenn alles zu viel wird – Reizüberflutung & emotionale Erschöpfung

Reizüberflutung entsteht, wenn mehr Reize auf dich einströmen, als du verarbeiten kannst.
Das kann bei lauten Umgebungen, intensiven Gesprächen oder sogar bei schönen Erlebnissen passieren.
Dann fühlt sich alles zu eng, zu laut, zu nah an.

Ein kleiner Selbstcheck hilft:
  • Bin ich müde – oder reizüberflutet?
  • Brauche ich Rückzug – oder Verbindung?
Eine einfache Übung, die ich in Coachings oft nutze, ist das „Innere Raum schaffen“:
Lehne dich kurz zurück, atme dreimal tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
Beim Ausatmen stell dir vor, dass dein innerer Raum sich weitet. Kein Druck, nichts muss weg, nur Weite entstehen lassen.

Diese drei Atemzüge können mehr bewirken, als man glaubt. Sie sind ein leises „Ich bin da“.

Hochsensibilität annehmen – was es heisst, dich selbst zu bejahen

Selbstannahme ist kein einmaliger Entschluss, sondern ein fortwährender Prozess.
Viele Hochsensible glauben, sie müssten ihre Sensibilität „heilen“, dabei geht es darum, sie zu integrieren.

Eine Klientin erzählte mir einmal nach einem langen Prozess:
„Ich dachte, ich müsste meine Gefühle kontrollieren. Jetzt merke ich: Ich darf sie fühlen, ohne mich darin zu verlieren.“

Diese Worte berühren, weil sie den Kern treffen. Hochsensibilität anzunehmen heisst, dich nicht länger zu bekämpfen. Es bedeutet, dich in deiner Tiefe zu sehen – auch mit den Momenten, in denen du dich fragst, ob du zu viel bist.

Ressourcen entdecken – was dich stark macht

Hochsensible Menschen sind oft besonders empathisch, kreativ und intuitiv.
Sie spüren, was zwischen den Zeilen steht, erkennen Muster, finden Worte, wo anderen die Sprache fehlt.

In der Herzenswerkstatt sehe ich immer wieder, wie Menschen genau durch diese Tiefe ihre Kraft zurückgewinnen: Sie beginnen, ihre Sensibilität als Ressource zu verstehen, als etwas, das Orientierung schenkt.

Wenn du beginnst, deine Fähigkeiten zu schätzen, ändert sich etwas Grundlegendes:
Du musst dich nicht mehr „reparieren“. Du darfst einfach sein mit deiner Tiefe, deiner Zartheit und deiner Kraft.

Grenzen setzen – liebevoll, aber klar

Grenzen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstachtung.
Besonders hochsensible Menschen spüren schnell, wenn jemand zu nah kommt und gleichzeitig fällt es ihnen schwer, das klar auszusprechen.

Eine kleine Übung: „Mein Energiekompass“
  • Schreibe drei Dinge auf, die dir Energie schenken.
  • Und drei, die sie dir rauben.
    Dann frage dich: Wie kann ich heute eine Sache verändern nur ein Prozent in Richtung Leichtigkeit?
Grenzen sind keine Mauern, sondern Durchgänge. Du entscheidest, wer oder was hindurch darf.

Hochsensibel leben – Balance zwischen Tiefe und Leichtigkeit

Hochsensibilität bedeutet nicht, ständig überfordert zu sein. Sie kann leicht werden, wenn du lernst, dich gut zu regulieren und bewusst zu wählen, was dir guttut.

Hilfreiche Alltagsanker:
  • Natur und Stille (tägliche Mikro-Pausen)
  • Journaling oder kreative Reflexion
  • Bewusste Ernährung und sanfte Bewegung
  • Digitale Pausen und klare Übergänge zwischen Arbeit und Ruhe

Leichtigkeit entsteht, wenn Tiefe Raum bekommt. Wenn du dich nicht mehr gegen dein Spüren stellst, sondern es als Wegweiser nutzt.

Fazit:
Du bist nicht zu sensibel, du bist einfach du

Vielleicht ist deine Sensibilität keine Last, sondern eine Sprache, die du erst wieder lernen darfst.
Hochsensibilität zu erkennen ist der erste Schritt, sie zu verstehen und sie liebevoll anzunehmen, ist der Beginn eines neuen Kapitels.

In der Herzenswerkstatt begleite ich Menschen, die sich in ihrer Tiefe wiederfinden möchten, jenseits von „funktionieren“, hin zu „fühlen und leben“.
Alles darf sein. Nichts muss.

Wenn du spürst, dass du nicht länger gegen dein Feingefühl kämpfen willst, sondern lernen möchtest, mit ihm in Frieden zu sein. Dann bist du eingeladen, dir in der Herzenswerkstatt Raum zu nehmen. Für dich, für dein Spüren, für dein Ankommen.
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    Herzlich Wilkommen in meinem Herzgeflüster Blog. 
    Ich bin Transformations- und Mentalcoach für neurosensitive Menschen.
    Viel Spass beim Mitlesen. 
    Alles Liebe
    Laura 

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